Großanlage zum kontinuierlichen Additive-Coating auf Basis der Wirbelschichttechnologie

Glatt Ingenieurtechnik GmbH hat in Skandinavien eine Wirbelschichtanlage zum kontinuierlichen Coating von Additiven mit einer Kapazität von mehreren Tonnen pro Stunde fertiggestellt. Die Redaktion des Fachmagazins ‚Verfahrenstechnik‘, Vereinigte Fachverlage GmbH, sprach mit Christian Heiermann, dem Vertriebsleiter Engineering im Bereich Food, Feed & Fine Chemicals, über diese Großanlage und über die Rolle der Firma Glatt als Engineering-Partner in den verschiedensten lndustriebereichen.

» originally published in the trade magazine ‚Verfahrenstechnik‘, issue 11/2012, Vereinigte Fachverlage GmbH

Verfahrenstechnik: Die Firma Glatt bietet Wirbelschichtanlagen für die Pharma-Industrie an, kann aber eigentlich – wie man an dem Projekt in Skandinavien sieht – viel mehr. Worin besteht dieses „mehr“?

C. Heiermann: Glatt hat vor über 50 Jahren mit der Entwicklung und Vermarktung der Wirbelschichttechnologie für die Pharmaindustrie begonnen. Zunächst war das Portfolio auf diskontinuierliche Anlagen für die Pharmaindustrie beschränkt. Durch die Gründung der Glatt Ingenieurtechnik GmbH in Weimar kam die kontinuierliche Wirbelschichttechnologie hinzu, die heute überwiegend in der Chemie-, Lebensmittel- und Futtermittelindustrie Anwendung findet.

Da die Glatt Ingenieurtechnik GmbH u.a. über ein gut ausgebautes Vertriebsnetz in der GUS verfügt und hier insbesondere die Nachfrage nach ganzheitlichen Lösungen bestand und besteht, entstand Anfang der 90er Jahre schnell der Bedarf, auch alle erforderlichen Planungs- und Koordinationsleistungen anzubieten. Somit werden heute alle Leistungen eines klassischen Anlagenbauers abgedeckt: eigene Technologien und Ausrüstungen, vollständige Planungsleistungen, Projektmanagement, Überwachungsleistungen auf der Baustelle, Montage und Inbetriebnahme. Das heißt, alle Phasen eines Projektes, von der ersten Konzeptstudie bis zur Realisierung eines Turnkey-Projektes, können angeboten werden.

 

Verfahrenstechnik: Und für welche Branchen treten Sie hier als Engineering-Partner auf?

C. Heiermann: Traditionell stellt die Pharmaindustrie natürlich immer noch einen wichtigen Key Account dar, für die Glatt eine Vielzahl von neuen Ausrüstungen und Prozessen entwickelt und auch komplette Planungs- und Projektmanagementleistungen bis hin zu Turnkey-Lösungen erbringt.

Die Glatt Ingenieurtechnik GmbH hat in den letzten Jahren jedoch auch eine ganze Reihe von Projekten in der chemischen Industrie, der Lebensmittelindustrie und der Futtermittelindustrie erfolgreich umgesetzt und damit ihre Expertise für die o.g. Bereiche erweitert. Somit findet die Akquisition mit wenigen Ausnahmen (Großchemie, Petrochemie) in fast allen Industriebereichen statt. Allerdings konzentriert sich Glatt dabei auf Nischenprojekte und –produkte, und versteht sich nicht als Wettbewerb zu den Großanlagenbauern wie Uhde oder Linde.

 

Verfahrenstechnik: Beschränkt sich der Bereich Engineering denn ausschließlich auf Glatt-Technologien?

C. Heiermann: Natürlich liegt der Focus auf dem Einsatz der eigenen Wirbelschichttechnologie. Sobald jedoch klar ist, dass bei dem jeweiligen Projektansatz kein Bedarf für die Wirbelschicht besteht, nimmt Glatt Kontakt zu anderen Technologieführern auf, um in Form einer Kooperation oder einer Lizenz die notwendigen Technologien für das Projekt zu beschaffen. Hierbei kann der Kunde auch seine Wünsche einbringen. Somit tritt Glatt dann als Generalunternehmer auf, der unabhängig von den eigenen Prozessen, die beste technologische Lösung für den Kunden suchen und anbieten kann.

Diese Vorgehensweise bietet auch genügend Flexibilität, um auf die Schwankungen in den einzelnen Märkten zu reagieren.