Visualisierung der BioCampus MultiPilot (BMP), Copyright: 8quadrat

Glatt Ingenieurtechnik mit Planung für neuen BioCampus in Straubing beauftragt

Im Hafen Straubing-Sand entsteht eine flexible Plattform für die Skalierung und Kommerzialisierung von innovativen Biotech-Verfahren und nachhaltigen Produkten.

Weimar, März 2022: Die Glatt Ingenieurtechnik GmbH aus Weimar wird im Auftrag der BioCampus Straubing GmbH das Basic Engineering der Prozesstechnik für die Mehrzweck-Demonstrationsanlage BioCampus MultiPilot (BMP) im Hafen Straubing-Sand übernehmen. Hier werden Kunden Verfahren und Prozesse der industriellen Biotechnologie bis zum vorindustriellen Maßstab weiterentwickeln, testen, skalieren und optimieren, deren Wirtschaftlichkeit validieren und Produktmuster fertigen.

Im Rahmen des Projekts wird Glatt Ingenieurtechnik die prozesstechnologischen Anlagen einschließlich Medienversorgung, Prozesssteuerung und -automation sowie die Sicherheitstechnik planen. Zur Integration der Anlagentechnik in das Gebäudekonzept kooperiert der Prozessexperte Glatt eng mit dem von BioCampus Straubing GmbH beauftragten Bauplaner-Konsortium. Im Zuge des Basic Engineering ist eine gewerkeübergreifende 3D CAD-Planung und Koordination vorgesehen. Von Beginn an kommen leistungsfähige Techniken aus dem Building Information Modeling (BIM) zum Einsatz.

Der Zweckverband Hafen Straubing-Sand ist Initiator und verantwortlicher Projekteigner für die BMP. Nach Umsetzung der Planung wird die BioCampus Straubing GmbH als Betreiber der Anlagen und Partner für Industriekunden der BMP agieren.

Ein nachhaltiges Programm

Der technische Fokus des BMP liegt auf der Nutzung lignocellulosehaltiger Rohstoffe, biochemischer Produktumwandlung im Maßstab bis zu 25 Kubikmeter und einer flexibel anpassbaren Aufarbeitungstechnik. Die Nutzung nachwachsender Rohstoffe für eine stoffliche Verwendung als Ausgangsstoffe in der Chemieindustrie erhält eine immer größere Bedeutung – und zwar sowohl vor dem Hintergrund der Endlichkeit fossiler Ressourcen als auch zur Erreichung der Klimaziele.

Dr. Thomas Luck, Director Business Development der BioCampus Straubing GmbH, erläutert: „Ein wesentliches Ziel der BMP ist es, die Lücke zwischen Labor und Umsetzung im industriellen Maßstab zu schließen. Im Rahmen von Marktrecherchen haben wir vor der Projektinitiierung den Bedarf für eine vielseitige und flexible anlagentechnische Plattform zur Skalierung und Demonstration neuer biotechnologischer Prozesse und Technologien prognostiziert. Dieser hat sich durch spezifische Anfragen potentieller Kunden bestätigt. In enger Abstimmung mit interessierten Nutzern haben wir ein breites Anlagenspektrum definiert, das künftigen Kunden die Möglichkeit eröffnet, gemeinsam in der BMP innovative Wege zu neuen, nachhaltigen Produkten zu gehen. Mit Glatt Ingenieurtechnik steht uns ein sehr kompetente Partner zur Seite, der mit den spezifischen anlagentechnischen Anforderungen vertraut ist und über einschlägige Expertise bei Planung und Bau von Anlagen zur Verarbeitung natürlicher oder nachwachsender Rohstoffe verfügt. Auch die praktische Erfahrung aus eigenen Technikums- und Skalierungsprojekten sowie das Engineering und der Bau von Demonstrationsanlagen für verschiedene Technologien im In- und Ausland spricht für Glatt.“

Vielfältiges Leistungsangebot

Das Projekt wird auf dem BioCampus im Hafen Straubing-Sand errichtet, der als leistungsstärkstes Güterverkehrszentrum Niederbayerns über eine sehr gute Infrastrukturanbindung per Schiff, Bahn und Straße verfügt. Eine Investitionsfördermaßnahme des Staatsministeriums für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie des Freistaates Bayern unterstützt die Errichtung der BMP maßgeblich. Dabei sind ein diskriminierungsfreier Zugang und höchster IP-Schutz für die internationalen Nutzer von Start-ups über KMU und Großkonzerne bis zu Forschungseinrichtungen garantiert.

Neben Maschinen und Anlagen werden den Kunden synergetische Dienstleistungen angeboten. Dazu zählen Prozessentwicklung, Vermittlung von Partnern aus Industrie, Forschung, Recht und Finanzierung, Beratung und Pre-Tests für Unternehmen, die zum Beispiel Investitionen in eigene Demonstratoren planen – kurz gesagt: ein zielorientiertes Portfolio, um Bioökonomieprojekte voranzutreiben.

Der Bau der BMP soll den BioCampus im Hafen Straubing-Sand als Leuchtturm für die biobasierte Wirtschaft weiter stärken und als synergetische Ergänzung zu den Einrichtungen des ebenfalls in Straubing ansässigen Kompetenzzentrums für Nachwachsende Rohstoffe (KoNaRo) einen wesentlichen Beitrag zur Rohstoffwende und der Etablierung der Bioökonomie in Bayern leisten.

Über Zweckverband Hafen Straubing-Sand / BioCampus Straubing GmbH:

Der Zweckverband Hafen Straubing-Sand (ZVH) betreibt und entwickelt im Rahmen einer interkommunalen Zusammenarbeit der Stadt Straubing, des Landkreises Straubing-Bogen und der Gemeinde Aiterhofen den Hafen Straubing-Sand. Als trimodaler Industrie- und Logistikstandort mit einer Gesamtfläche von 220 ha ist der Hafen Straubing Niederbayerns leistungsstärkstes Güterverkehrszentrum. Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält der Standort durch seinen Fokus auf die biobasierte Wirtschaft. Die ZVH-Tochter BioCampus Straubing GmbH (BCG) arbeitet an der Profilierung der Region Straubing-Bogen als Wirtschafts- und Technologiestandort für die biobasierte Wirtschaft und industrielle Biotechnologie. Mit Instrumenten der Wirtschaftsförderung und des Innovationstransfers werden Gründungen, Neuansiedlungen und Wachstum bestehender Unternehmen in der Region Straubing unterstützt, die sich mit der Verwertung von biogenen Roh- und Reststoffen beschäftigen. Schwerpunkte der Arbeit der BCG sind Innovations-Unterstützungsleistungen für Unternehmensgründungen im Rahmen des Gründerwettbewerbs „PlanB – Biobasiert.Business.Bayern.“, die Errichtung und der Betrieb relevanter Infrastrukturen wie der BioCampus MultiPilot Demonstrationsanlage und des Technologie- und Gründerzentrums im Hafen in Kooperation mit dem ZVH sowie die Netzwerkarbeit im Ökosystem für biobasierte Wirtschaft Straubing.