Bei der Wirbelschichtagglomeration werden pulverförmige Ausgangsstoffe durch einen Luftstrom fluidisiert. Anschließend lassen sie sich gezielt mit Lecithinmischungen behandeln. Der intensive Kontakt mit der Oberfläche der Partikel ermöglicht einen gleichmäßigen Auftrag des Lecithins. Das Verfahren wird unter anderem in der Milch- und Instantindustrie eingesetzt. Mit der Pilotanlage kann Sternchemie entsprechende Prozesse nun im eigenen Technikum abbilden. Ziel ist es, Versuchsbedingungen möglichst eng an die spätere Produktion anzulehnen und daraus geeignete Lecithinlösungen sowie Prozessparameter für die jeweilige Anwendung abzuleiten.
Entwicklungsversuche lassen sich ins Technikum verlagern
Bislang war Sternchemie bei entsprechenden Entwicklungsaufgaben teilweise auf externe Kapazitäten angewiesen. Mit dem neuen Wirbelschichtagglomerator können Produktmuster nun direkt in Ahrensburg untersucht werden. Dabei lassen sich unterschiedliche Lecithin-Blends und Compounds sowie deren Dosierung miteinander vergleichen. Auch Prozessparameter können während der Versuchsreihen variiert werden. Die daraus gewonnenen Daten dienen als Grundlage für die weitere Produkt- und Prozessentwicklung. Dadurch können Entwicklungsarbeiten bereits vor Versuchen auf industriellen Produktionsanlagen weiter konkretisiert werden. Der Aufwand für entsprechende Produktionsversuche lässt sich damit reduzieren.
Wirbelschichtagglomeration untersucht Eigenschaften von Instantprodukten
Welche Eigenschaften bei einem Instantprodukt erforderlich sind, hängt von der jeweiligen Anwendung ab. Zu den relevanten Parametern gehören beispielsweise Löslichkeit, Benetzbarkeit und Schaumbildung. Diese Eigenschaften werden sowohl von den eingesetzten Rohstoffen als auch von Rezeptur und Prozessführung beeinflusst. Die Pilotanlage ermöglicht es, diese Zusammenhänge unter definierten Bedingungen zu untersuchen. Rohstoff- und Prozesseinflüsse können systematisch erfasst und miteinander verglichen werden. Damit lässt sich beispielsweise feststellen, wie unterschiedliche Lecithinmischungen oder Dosierungen die gewünschten Eigenschaften eines pulverförmigen Produkts beeinflussen.
Pilotanlage für Wirbelschichtagglomeration erweitert Versuche mit alternativen Rohstoffen
Neben konkreten Kundenprojekten soll der Wirbelschichtagglomerator auch für weitere Entwicklungsarbeiten eingesetzt werden. Dazu gehören nach Angaben des Unternehmens unter anderem Untersuchungen zur Schaumkontrolle sowie Versuche mit alternativen Rohstoffen. „Dank der Anlage können wir verstärkt Themen wie Schaumkontrolle, funktionelle Optimierung oder auch alternative Rohstoffe vorantreiben. Damit erweitern wir unsere technologische Expertise und schaffen gleichzeitig die Grundlage für zukünftige Produktinnovationen“, erklärt Kandt. Darüber hinaus soll die Anlage für gemeinsame Entwicklungsprojekte innerhalb der Stern-Wywiol Gruppe zur Verfügung stehen. Durch das Aufbringen oberflächenaktiver Flüssigkeiten lassen sich unterschiedliche Eigenschaften pulverförmiger Produkte beeinflussen. Dazu zählen beispielsweise Stabilität, Verarbeitbarkeit und Verdaulichkeit. Die neue Pilotanlage schafft damit eine technische Grundlage, um entsprechende Fragestellungen zunächst im kleineren Maßstab zu untersuchen und geeignete Prozessparameter für eine spätere Übertragung auf industrielle Anwendungen zu ermitteln.